Monday, 27. september 2010
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12:18
Am Freitagmittag sind wir in Mwanza angekommen. Nach nur 14 Stunden Busfahrt von Nairobi nach Mwanza bin ich hier gut angekommen. Es war irgendwie komisch wieder durch Mwanza zu fahren. Auf der
einen Seite hat es sich angefuehlt als waere man nicht weg gewesen, auf der anderen Seite sieht man Veraenderungen im Stadtbild (es gibt nun eine funktionierende Ampel, die halbwegs eingehalten
wird) und entdeckt neue Dinge. Die ersten zwei Tage verbrachten wir damit alle Sachen mit Insektiziden einzuspruehen, alle Klamotten mit heissem Wasser zu waschen und zu buegeln...ich haette mir
eine schoenere Ankunft vorstellen koennen, aber die Bettwanzen waren wichtger...
Jana, eine der TUNAWEZA GruenderInen hat uns dafuer Haus, Garten und Spraydosen bereitgestellt. Das hat einiges erleichtert.
An Samstagnachmittag haben wir bei dem woechentlichen Frisbee Spielen die viele unserer alten Freunde wieder gesehen. Es war wirklich schoen alle wieder zu sehen, mit ihnen zu quatschen und News
auszutauschen.
Am Sonntag haben wir Sophie, eine tansanische Freundin, besucht, die in die Secondary School geht. Da nur jeden letzten Sonntag im Monat Besuchstag ist und sie sonst auch nicht raus darf, war das
die einzige Moeglichkeit sie sie zu sehen. Die Regeln in einer privaten Secondary School sind schon etwas anders als in Deutschland. Wenn man Kiswahili redet, muss man mit einem Schild
herumlaufen, dass man Kiswahili gesprochen hat, man darf kein Handy besitzen, es gibt kein Internet,...
Am Sonntagnachmittag sind Elena, Anna-Lena und ich dann noch zu Hisani gefahren. Es war bisher die schoenste Begegnung. Als ich durchs Tor kam, sind alle Kinder, die da waren, auf mich zu
gestuermt. Sie wussten ja nicht, dass ich kam. Es war wirklich schoen die Kids wieder zu sehen. Sie sind alle ein bisschen groesser, aber sonst die alten kleinen und grossen Racker. Die grossen
Jungs waren schon etwas zurueckhaltender, aber haben sich auch sichtlich gefreut...viel Gefuehle zeigen koennen sie nicht, dafuer gibt es im Hisani Center wenig Raum.
Gestern waren Anna-Lena und ich in der Stadt. Wir haben Stoffe eingekauft, die wir noch zum Schneider bringen wollen. Ich bin an alten Plaetzen vorbei gelaufen, wir ahben zusammen in einem meiner
Lieblingslokale gegessen und um Preise auf dem Markt gefeilscht...ganz wie vor einem Jahr...aber auch irgendwie anders.
Abends waren wir bei dem woechentlichen Yoja am Strand des Viktoria Sees. Dort habe ich Rose nud ein paar andere Leute wieder getroffen. Da war das Wiedersehen, das Schnacken und News austauschen
wichtiger als Yoga. Rose, eine Kanadierin, hat mit mir einige Zeit in Hisani gerabeitet und hat nun ihre eigene NGO. Leider habe ich von ihr unschone Nachrichten von Hisani bekommen. Sie hat mehr
Infos ueber interne Ablaufe und hat mir ueber den Geldermissbrauch von Fred erzaehlt. Das gewisse Misstrauen meinerseits gegenueber ihm hat sich daher bestaetigt. Es ist schade wie viel Geld
Leute veraendern kann, aber ich bin froh nicht mehr in Hisani zu arbeiten. Fuer mich ist dieser Aufenthalt in Mwanza eine Art Abschied. Das Daladala, das ich damals mit Rose erworben habe, ist
gluecklicherweise in Betrieb (ich sehe es oefter auf der Strasse). Es war eine sinnvolle Anschaffung und erfuellt ihren Zweck. Ich bin froh, dass ich die Spendengelder dafuer verwendet habe, da
ich nun sicher sein kann, dass es wirklich unterwegs ist und weiss, dass das Geld genau dafuer verwendet wurde.Der Brunnen ist im Moment im Bau...die Baustelle ist sichtbar, heute werde ich mal
wieder hinschaun wie weit alles ist.
Ansonsten versuche ich mich die letzten Tage hier in Afrika noch zu erholen. Ich geniesse die vielen leckeren Fruechte und das frische Gemuese vom Markt, die Chips Maiai vom Strassenrand, die
gemeinsamen Abende mit Freunden, mit den Hisani Kids etwas zu unternehmen, in unsere Lieblingsdisko zu gehen, mich mit Emma, dem Mann, der uns immer Chapati verkauft zu unterhalten...uvm
Irgandwie ist es aber auch ein Abschiedsaufenthalt hier. Ich habe das Gefuehl, dass ich erstmal nciht so bald wieder hierher kommen moechte. Nach meinem Freiwilligendienst war noch so vieles
offen, was geklawert werden musste. Nun ist das anders. Ich bin mit